Nicht jede Kündigung ist gerechtfertigt

4. Nicht jede Kündigung ist gerechtfertigt

Wer eine Kündigung erhält, ist häufig schockiert und ungläubig. Genau an dieser Stelle heißt es jedoch, einen kühlen Kopf zu bewahren, denn längst nicht jede Kündigung ist rechtlich haltbar.
In den folgenden beiden Punkten erhalten Sie daher einen kurzen Überblick über mögliche Ansatzpunkte im Bereich des Kündigungsschutzes.

4.1. Der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) gilt fast immer

Das Kündigungsschutzgesetz legt fest, dass eine Kündigung nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Dies können sowohl betriebsbedingte, verhaltensbedingte als auch personenbedingte Gründe sein.

Grundsätzlich gilt der Schutz für jeden Mitarbeiter eines Betriebs, der mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt. Wichtig ist an dieser Stelle jedoch, dass halbe Stellen lediglich halb gezählt werden. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Betrieb auch mit 16 oder 17 Beschäftigten durchaus ein Kleinstbetrieb im Sinne des Gesetzes sein kann.
Ausgenommen von der Regelung des Kündigungsschutzes sind Mitarbeiter in der Probezeit, also innerhalb der ersten sechs Monate der Beschäftigung, sowie Auszubildende.

Gibt es keine konkreten Gründe für eine Kündigung, so greift das Kündigungsschutzgesetz und der Arbeitsplatz kann grundsätzlich erhalten bleiben. In der Praxis birgt dies jedoch viel Verhandlungsspielraum für eine mögliche Abfindungszahlung.
In jedem Fall lohnt sich die anwaltliche Beratung in München, um die Erfolgsaussichten einer möglichen Kündigungsschutzklage zu analysieren.

4.2. Der besondere Kündigungsschutz oder Sonderkündigungsschutz erhöht den Schutzbereich

Bestimmte Personengruppen erhalten einen erhöhten Schutz vor einer Kündigung, um den besonderen Umständen Rechnung zu tragen. Jeder Arbeitgeber muss sich daher sehr gründlich überlegen, ob er eine solche Kündigung ausspricht.
In vielen Fällen ist eine erfolgreiche Kündigung mit der Zustimmung einer weiteren Behörde verbunden.

Die folgenden Personengruppen stehen unter einem besonderen Kündigungsschutz:

• Schwangere sowie Mütter direkt nach der Entbindung (Mutterschutz)

• Väter, sowie Mütter, die sich in Elternzeit befinden oder die Elternzeit beantragt haben (Der besondere Schutz beginnt erst acht Wochen vor der geplanten Elternzeit, sodass Sie diese unter Umständen erst spät ankündigen sollten.)

• Schwerbehinderte (in jedem Fall ist das Integrationsamt in die Entscheidung miteingebunden)

• Mitarbeiter, die Pflegezeit beantragt haben

• Mitglieder des Betriebs- oder Personalrats (aufgrund der besonderen Stellung im Betrieb)

• Auszubildende (nach dem Ende der Probezeit)

Der besondere Kündigungsschutz soll es benachteiligten Personen ermöglichen, ihre Existenzgrundlage zu schützen.
Für jede der genannten Personengruppen gelten jedoch unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich der Möglichkeit einer Kündigung.
Treffen auf eine Person mehrere Punkte zu, so sind die verschiedenen besonderen Erfordernisse zu berücksichtigen.